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Jeff Koons: New Shop-Vac Wet/Dry, 1980© Jeff Koons / bpk / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Sammlung Marx / Jochen Littkemann

KUNST

Der Elefant im Raum: Hamburger Bahnhof, Berlin

Er ist dick, er ist groß, er riecht ziemlich streng – und niemand vermag ihn zu sehen. Wenn der sprichwörtliche Elefant im Raum steht, werden Probleme totgeschwiegen, die eigentlich jeder benennen kann, die anzusprechen aber viel zu anstrengend oder zu riskant wäre. Nun wird es zwar eher nicht riskant sein, sich über Skulpturen von Jeff Koons, Rachel Whiteread, Donald Judd oder Joseph Beuys auszutauschen – wobei sich nicht nur bei letzterem diverse Kunstfreunde ernsthaft über der Frage zerstritten haben sollen, ob das nun Kunst sei oder eher wegkönne. Im Hamburger Bahnhof wird mit der Ausstellung „Der Elefant im Raum“ aber vielmehr der Frage nachgegangen, wie ein Kunstwerk mit seinem Ausstellungsraum korrespondiert, wie beide sich gegenseitig beeinflussen, und wie diese Problematik der räumlichen Präsenz die Bildhauerei der 1960er-Jahre prägte. Ein plakatives Beispiel für dieses Raum-Kunstwerk-Zusammenspiel sind die Staubsauger (unsere Abbildung), die Jeff Koons 1980 für das Schaufenster des The New Museum of Contemporary Art entwarf – direkt an der berühmten 5th Avenue in New York.

Berlin, Hamburger Bahnhof noch bis 20. 10. 2019