FILM

Die Kommune

In den 70er-Jahren leben der Architekt Erik (Ulrich Thomsen) und die Nachrichtensprecherin Anna (Trine Dyrholm) mit ihrer 14-jährigen Tochter Freja in Kopenhagen. Materiell fehlt es dem Akademikerpaar an nichts, doch in ihrer Ehe ist längst Routine eingekehrt. Als Erik eine Villa erbt, kommt Anna eine Idee, wie sie aus ihrem Alltagstrott ausbrechen könnten: Da Eriks Elternhaus viel zu groß für nur drei Personen ist, schlägt Anna vor, eine Kommune zu gründen. Erik begegnet der Idee zunächst mit Skepsis, doch nach und nach lässt er sich überzeugen – und die Suche nach potenziellen Mitbewohnern beginnt.

Eriks alter Freund Ole ist der erste, der einwilligt, in die Villa einzuziehen – auch das gut situierte Paar Ditte und Steffen stößt mit seinem herzkranken sechsjährigen Sohn zu der Wohngemeinschaft hinzu, ebenso wie die freigeistige Mona. Nur die Bewerbung Allons, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält und dementprechend kein geregeltes Einkommen hat, sorgt für Diskussionen – durch demokratische Abstimmung beschließen die übrigen Bewohner aber, ihn solidarisch in der Kommune willkommen zu heißen.

Einige Wochen lang genießen die Bewohner ihr zwangloses Zusammenleben zwischen Biertrinken, Nacktbaden und politischen Debatten am Küchentisch, doch wie meist, wenn unterschiedliche Interessen und Temperamente aufeinanderprallen, lassen die Probleme nicht lange auf sich warten; Streitigkeiten über versäumte Zahlungen in die Haushaltskasse sind dabei nur der Anfang. Als Erik eine Affäre mit der Studentin Emma beginnt, lädt Anna sie kurzerhand dazu ein, der Kommune beizutreten – doch obwohl Anna zu Beginn noch die größte Verfechterin freier Liebe war, muss sie bald schmerzlich einsehen, dass auch sie gegen Eifersuchtsgefühle nicht gefeit ist …

Thomas Vinterbergs („Das Fest“) Tragikomödie gewann bei der Berlinale den Preis für die beste Darstellerin. (sb)