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MUSIK

Dirk Maassen: Avalanche

Dass es bei Dirk Maassen mit dem Klavierspielen nicht beim Hausgebrauch geblieben ist, dafür sind seine Freunde verantwortlich, die ihn im Jahr 2010 überredet haben, seine Kompositionen doch wenigstens im Internet zugänglich zu machen. Kaum war mit „To the Sky“ das erste Stück hochgeladen, schnellte es bei Soundcloud auch schon auf Platz eins der Klassik-Listung. Es folgten kommerzielle Anbieter – und fünf Jahre später war seine Musik einmal um die Welt gegangen, und Dirk Maassen wurde als Deutschlands meistgespielter Pianist bei Spotify geführt. Nachdem er es in den 90ern erfolglos versucht hatte, mit Synthiepop eine Karriere als Berufsmusiker zu starten, und inzwischen seit vielen Jahren erfolgreich als Manager einer IT-Firma arbeitet, stand plötzlich eine Frage im Raum: War das ein Auftrag, und sollte er es wirklich noch einmal versuchen?

Dirk Maassen hat sich dafür entschieden, weil die Situation eine andere war als bei den gescheiterten Versuchern in den 90ern. „Damals habe ich mich an den Größen des Wave orientiert und wollte so sein wie sie. Heute bin ich ehrlicher, meine Stücke repräsentieren nur den Menschen, der ich auch wirklich bin, und beim Komponieren der Stücke habe ich ja auch nie darauf spekuliert, mit ihnen erfolgreich zu sein“, resümiert er. Und dementsprechend geht er die Karriere jetzt auch an: Das Angebot eines Majors hat er abgelehnt, um mit eigenem Label und der Hilfe eines Vertriebs unabhängig zu bleiben, und auch den IT-Job will er bis auf Weiteres nicht aufgeben. „So muss ich mir keinen Kopf machen, ob das alles schon morgen wieder vorbei ist, und ich muss mich bei meinen Entscheidungen als Künstler nicht von kommerziellen Überlegungen leiten lassen.“

Bislang ist es mit der Zweigleisigkeit noch gut gegangen: Auf die Best-of-CD „SOL“ folgten eine erste Deutschlandtour und diverse Konzerte im Ausland – was Maassen dank eines Teams von Zuarbeitern mit seinem bodenständigen Job in Einklang bringen konnte. Doch mit dem neuen Album folgt auch schon der nächste Schritt: Auf „Avalanche“ hat Maassen mit dem renommierten Filmmusik-Komponisten Lorenz Dangel gearbeitet und konstrastiert seine intimen Solopianostücke mit sinfonischen Kompositionen, bei denen er vom Babelsberger Filmorchester unterstützt wird. „Natürlich ist der Plan, auch mal mit einem Ensemble oder gar Orchester auf Tour zu gehen, aber das wird realistischerweise nicht vor 2020 passieren, und bei den kommenden Konzerten geht es nach wie vor ausschließlich um mich und das Klavier“, lautet Maassens Einschätzung kurz vor der Veröffentlichung des Albums. Mal sehen, wie viel Zeit schon wenige Tage nach „Avalanche“ noch für die IT-Branche bleibt. Gut möglich, dass bald selbst das Berliner Funkhaus oder die Elbphilharmonie in Hamburg für Dirk Maassen zu klein sind.

Ein ausführliches Interview mit Mit Dirk Maassen zu „Avalanche“ gibt es hier auf uMagazine.de.

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