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Foto: © Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig

THEATER

Endspiel: Salzburger Festspiele

Es gibt gerade eine kleine Renaissance von Samuel Beckett: Ivan Panteleev inszenierte „Warten auf Godot“ fürs Deutsche Theater Berlin, Katie Mitchell „Glückliche Tage“ am Hamburger Schauspielhaus, und obwohl in diesen großartigen Nichtstücken enervierend wenig passiert, schafften es die Inszenierungen, einen neuen Aspekt aus der endlosen Warterei herauszuschälen.

Wenn aber in diesen Stücken wenig passierte, so passiert in „Endspiel“: überhaupt nichts mehr. Hier wird nichts mehr erwartet, hier wird nur noch hasserfüllt gedämmert. Der Tod mag kommen oder nicht, es ist egal. Die Koproduktion von Salzburger Festspielen und Burgtheater wird inszeniert von Dieter Dorn, dem man in München immer noch nachtrauert: Als Intendant von nacheinander Kammerspielen und Staatsschauspiel hatte der sich einen Ruf als einerseits konservativer, andererseits genauer Menschenbeobachter erarbeitet, und das ist ein Theaterzugriff, der an der Isar mittlerweile gar nicht mehr gepflegt wird.

Aber ist es der richtige Zugriff für Becketts Doppelbödigkeiten? „Vielleicht ist das das Ende, vielleicht ist ja alles aber auch nur ein Spiel, Poesie, nicht Weltanschauung, sondern deren Parodie“, schreibt Dramaturg Joachim Ruckhäberle.