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FILM

Es

Stephen Kings „Es“ hatte eine Neubearbeitung wirklich nötig: Die TV-Version von 1990 konnte bis auf Tim Currys Clownsperformance nicht viel bieten. Und zunächst deutet alles darauf hin, dass dieser erste Teil von Andy Muschiettis geplantem Zweiteiler, der in den USA den bislang besten Kinostart eines Horrorfilms hinlegte, es besser macht: Mehr als eine Stunde lässt der Regisseur sich Zeit, um seine Figuren einzuführen, die in Kings fiktiver Kleinstadt Derry familiäre Kämpfe ausfechten müssen, mit unterschiedlichen Gewalterfahrungen konfrontiert werden – und zunächst unabhängig voneinander dem sinistren Clown Pennywise begegnen.

Den Horror der Kindheit einzufangen, gelingt Muschietti hevorragend, und er versprüht dabei noch leichthändig spätsommerliche „Stand by me“-Vibes. Wie schade, dass „Es“ in der zweiten Hälfte nicht mehr weiß, was er mit dem Stoff anfangen soll: Der digital nachbearbeitete Pennywise wird zum austauschbaren Monster. Und spätestens im Finale scheint sich der Film minütlich selbst mit schnellen Schocks überbieten zu wollen, die sich laut entladen, dadurch aber auch abnutzen – bis dahin erzielt Muschietti das Grauen vor allem durch Stimmungsaufbau, wirkungsvolle Schreckensbilder und die Andockpunkte in der Wirklichkeit der Kinder. sb

„Es“ ist ab 23. 2. als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.