KUNST | Berlin, Gropiusbau

Gegenstimmen: Gropiusbau, Berlin

Es gibt ja das Vorurteil, dass Kunst und Kultur vor allem in repressiven System gediehen. Meist wird das gekoppelt mit der Forderung, Kultursubventionen runterzufahren – Künstlern in der Bundesrepublik gehe es grundsätzlich viel zu gut, man müsse denen das Dasein schwer machen, damit sie bessere Kunst schaffen. Was natürlich Blödsinn ist – Künstler produzieren gute und schlechte Kunst, unabhängig von den politischen Rahmenbedingungen.

Die Rezeption der DDR-Kunst konzentriert sich bis heute meist auf Darstellende Künste und Literatur, die Bildende Kunst hingegen wird mit der Leipziger Schule und ihren Vorläufern abgehandelt.

Angesichts dieser stiefmütterlichen Behandlung ist die Ausstellung „Gegenstimmen – Kunst in der DDR 1976–1989“, die bis 26. September im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen ist, eine Horizonterweiterung, die sich auf ein subkulturelles Netzwerk aus Malern, Dichtern, Performern, Aktionisten, Super-8-Filmern und Musikern stützt.