Get Well Soon: The Horror

Die besten Alben
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Nachdem Konstantin Gropper im Jahr 2006 mit „Love“ seine Popplatte veröffentlicht hat, kehrt er jetzt mit Get Well Soon zum eher orchestralen Sound zurück. „The Horror“ ist seine Crooner-Platte, und als langjähriger Sinatra-Fan nennt er vor allem „In the wee small Hours“ aus dem Jahr 1955 als großen Einfluss. Zudem betritt er auch inhaltlich Neuland: „Zum momentanen Zeitpunkt hätte es sich für mich nicht richtig angefühlt, ein Album zu machen, das gar keinen politischen oder gesellschaftlichen Bezug hat“, sagt Gropper im Interview mit kulturnews. Beeinflusst wurde er von den Dokumentarfilmen des britischen Regisseurs Adam Curtis, insbesondere „The Power of Nightmares“ war für ihn wichtig, in dem Curtis den Neokonservatismus und seine Nutzung von Angst und Feindbildern verhandelt.

„Angst ist einfach der zentrale Begriff, wenn man sich anschaut, wie momentan Politik gemacht wird“, komentiert Gropper. „Da Kunst aber für mich kein Ort ist, an dem tagespolitische Kommentare etwas zu suchen haben, und es mir nicht darum ging, ganz konkret ein Anti-AfD-Album zu machen, wollte ich es abstrakter halten und mich über ein Gefühl dem Thema nähern.“ Gropper stellt drei Albträume ins Zentrum von „The Horror“: Er wird erwürgt, überlebt aber irgendwie und befindet sich plötzlich in Finnland, wo ein Zwerg ohne Arme sein Auto repariert. In einem anderen Traum gibt es einen Erdrutsch, und plötzlich ist sein Haus nur noch von Schluchten und Trümmern umgeben. Und schließlich ist er zum Abendessen bei Hermann Göring eingeladen – wofür er sich Sam Vance-Law als Duettpartner geholt hat, der den Göring geben muss. „Obwohl er Kanadier ist, wusste Sam schon beim Titel ,Dinner at Carinhall’, was auf ihn zukommt. Aber Sam hat mir eines der schönsten Komplimente überhaupt gemacht, indem er gesagt hat, dass er den Song auch wahnsinnig lustig findet. Humor wird für mich immer wichtiger.“

 

Das ausführliche Interview mit Konstantin Gropper zu „The Horror“ gibt es hier auf uMagazine.de