Hagazussa
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Hagazussa – Der Hexenfluch

Lukas Feigelfelds herausragendes Regiedebüt „Hagazussa – Der Hexenfluch“ führt das Horrorkino zurück zu seinen Wurzeln – hier ist es nicht schneller Schocklieferant, sondern wieder das vielleicht einzige Genre, das einen Dialog mit dem Unbewussten herstellt. In vier Kapiteln erzählt Feigelfeld von der jungen Albrun, die im 15. Jahrhundert wie schon ihre Großmutter von der christlichen Gemeinde, an deren Rand sie lebt, als Hexe verfemt wird – und in einer Art selbsterfüllenden Prophezeiung tatsächlich zu einer wird.

Jeder Abschnitt öffnet einen neuen Stimmungsraum: Albruns Kindheit erscheint uns als unheilvolles Winter-Stillleben, dann wird „Hagazussa“ zum dunklen Heimatfilm, in dem der dröhnende Score der malerischen Alpenlandschaft alles Idyllische raubt. Schließlich geht der Film über in eine paranoide Ausgrenzungsstudie, bevor er im letzten Akt gemeinsam mit seiner Protagonistin komplett ins Delirium fällt und einen Verstörungssog entwickelt, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die Grenzen zwischen Fantastik und Realismus, Wirklichkeit und Wahn lässt Feigelfeld dabei nicht nur verschwimmen – er reißt sie gänzlich ein. sb

„Hagazussa – Der Hexenfluch“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.