Molly’s Game
SquareOne/Universum Film

KINO

Molly’s Game

Wenn ein Oscar-prämierter Drehbuchautor wie Aaron Sorkin (u.a. „The Social Network“ und die TV-Politserie „West Wing“) erstmals hinter der Kamera steht, legt der Regiedebütant folgerichtig mehr Wert auf geschliffene Dialoge denn auf Schauwerte. In „Molly’s Game“, basierend auf einer wahren Geschichte, treibt Sorkin die Handlung dementsprechend vor allem durch das Wort voran, und das mit erstaunlichem Drive.

Die Ex-Olympia-Skifahrerin Molly Bloom verdingt sich als rechte Hand eines halbseidenen Pokerspiel-Ausrichters, um schließlich selbst ins Geschäft einzusteigen. Als stilvolle, kluge und geschäftstüchtige Gastgeberin privater Pokerturniere für die High Society und Hollywood-Prominenz balanciert sie stets an der Grenze zur Illegalität – bis das FBI auf sie aufmerksam wird und ihr Anwalt (Elba) sie vor einer langen Haftstrafe zu bewahren versucht. Ist sie Opfer oder Täterin? Vor allem ist sie zunehmend süchtig: Sie genießt ihre Macht über die Reichen und Schönen mindestens so sehr wie den finanziellen Erfolg – und das hat Folgen. Jessica Chastains Molly bleibt dabei auch für den Zuschauer so unnahbar und kühl, wie sie gegenüber ihrer reichen Kundschaft in Erscheinung tritt. ascho