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LITERATUR

Joe Ide: Stille Feinde

Lebende Hühner und Blaubeermuffins bekommt Isaiah Quintabe, wenn er in seiner Hood mal wieder einen Fall löst. Bei dem 26-jährigen schwarzen Nachbarschaftsdetektiv funkt es schnell im Kopf, und IQ – wie er deshalb in Long Beach genannt wird – kommt durch unscheinbare Indizien und Cleverness immer schnell zur Lösung. Doch ausgerechnet der Unfalltod seines älteren Bruders vor acht Jahren ist ihm immer noch ein Rätsel. Dann entdeckt er Spuren, die auf einen Mord deuten. Aber was könnte das Motiv sein? Und wer der Täter? Schon im zweiten Band der Detektiv-Serie führt Joe Ide seine sympathische Supernase ans Limit. Zusammen mit Buddie Dodson schickt er ihn quer durch Las Vegas, wo IQ es mit einem brutalen Kredithai sowie Erpressung und Entführung zu tun bekommt. Doch hier sind nicht nur die Goldkettchen dicker und die Angeberfelgen breiter: Er muss erkennen, dass chinesische Triaden schon eine andere Hausnummer sind als die Ghetto-Dudes in seiner Hood. So kann IQ am Ende zwar den Tod seines Bruders aufklären, doch kehrt er mit Blutgeschmack auf der Zunge und enttäuscht von einer unerwiderten Liebe zurück. nh

Joe Ide Stille Feinde

Suhrkamp, 2018, 398 S., 14,95 Euro

Aus d. Engl. v. Conny Lösch