Die defekte Katze
Die defekte KatzeFoto: Alpenrepublik

FILM

Die defekte Katze

Wenn Mina (Pegah Ferydoni) und Kian (Hadi Khanjanpour) in ihrem Ehebett liegen, ist das Zimmer durch den Vorhang in orangenes Licht getaucht. Das sieht nach Wärme aus, nach Geborgenheit – doch zwischen den beiden liegt eine unüberwindbare Distanz. Die beiden kennen sich kaum, ihre Heirat wurde von den Eltern arrangiert, und Mina ist gerade aus dem Iran zu Kian gezogen, der seit Jahren in München lebt. Statt auf einen klischeebehafteten Kulturclash setzt Regisseurin Susan Gordanshekan in „Die defekte Katze“ auf eine vielschichtige Hauptfigur: Mina ist studierte Elektrotechnikerin, trägt eine bunte Bomberjacke und geht auch alleine in die Disco. Neben ihr bleibt Kian zwar etwas blass und unfertig, trotzdem sind es die Momente zwischen den beiden, die den Film tragen. Die Kamera zeigt mit Bedacht, wie sie sich annähern und wieder voneinander entfernen. Dabei wird Minas Katze (daher der Filmtitel „Die defekte Katze“) zum Blitzableiter für alles Unausgesprochene und das Schwimmbad zum Zufluchtsort vor der aufgezwungenen Intimität. Ein sanfter Film, der nachdenklich macht, statt zu polarisieren. mm

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