Matt Simons - After The Landslide

MUSIK | Album

Matt Simons: After The Landslide

Vier Jahre sind vergangen seit dem „Catch & Release“ im Remix des holländischen House-DJ-Duos Deepend in zahlreichen europäischen Ländern ganz oben in den Charts stand. Auf seinem dritten Album „After the Landslide“ hält sich Matt Simons weder inhaltlich noch stilistisch mit seinem Überhit auf. Schon klar, der studierte Jazzmusiker braucht keinen Nebenjob mehr und kann nonchalant die Miete überweisen. „Jeder kennt dieses Lied, das ist super für mich. Aber als ich nach einem Jahr Irrsinn mit dem Schreiben des neuen Albums begonnen habe, spielte das alles für mich keine Rolle mehr,“ erzählt Matt Simons im Interview mit kulturnews. Simons widerstand der Versuchung, Elemente aus der elektronischen Musik in seine neuen Stücke einzubauen und verzichtete auch bewusst auf Beat-Kollaborateure. „Der Gedanke, auf diese Karte zu setzen, kam mir schon. Doch mir war schnell klar, dass das nicht der richtige Weg ist.“

Matt Simons mag es gern ein bisschen sentimentaler. Im 2018 erschienenen „We can do better“ singt der 32-jährige Singer/ Songwriter aus Palo Alto, der sich vor Jahren in Brooklyn niedergelassen hat, gegen jene unschöne Statistik an, dass sich die Hälfte aller verheirateten Paare irgendwann wieder scheiden lässt. „Ich finde das ungewöhnlich viel und auch irgendwie seltsam. Denn ich liebe meine Partnerin total. Wir haben vor sechs Monaten geheiratet, und wir wollen allen beweisen, dass es möglich ist, glücklich zusammenzubleiben.“

Im eher diabolisch daherkommenden „It’s you“ zeigt Matt aber, dass er auch anders kann und schimpft einer Ex-Freundin hinterher: „It takes two to fall in love. It only takes one to fuck it up.“ Im berührenden „Amy’s Song“ singt er über den Beziehungsstress seiner Ko-Autorin Amy Kuney, deren Lebensgefährtin extrem religiöse und der lesbischen Liebe gegenüber sehr ablehnend eingestellte Eltern hat.

Auch das forsche „Summer with you“, das sich ein wenig an Ed Sheerans „Castle on the Hill“ orientiert, nimmt sich dem Gefühl der Zweisamkeit an und lässt sich in das wonnige Nostalgiegefühl von Sommer, Sonne und Jugend fallen. Höhepunkt: Der Unschuldsverlust in den Maisfeldern. „Der Teil ist nicht autobiografisch, bei uns in Kalifornien gab es für Verliebte nur den Strand“, kommentiert Simons grinsend. Aber auch in „Made it out alright“ blickt er auf eine weitgehend erfüllte Jugend zurück. „Ich würde sagen, ich habe im Rahmen meiner Möglichkeiten ausschweifend gelebt“, bilanziert er. „Das alles habe ich abgespeichert, um heute nach Belieben aus diesen Erfahrungen zu schöpfen.“ sr

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