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Foto: © Bernd Uhlig

THEATER

Morgen und Abend: Deutsche Oper, Berlin

Vor zehn Jahren galt Jon Fosse als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterautoren, um dessen Uraufführungen sich die bedeutendsten Bühnen rissen. Irgendwann um 2010 geschah es dann, dass die düsteren, introspektiven Stücke des Norwegers an Reiz verloren; heute wird er nur noch selten aufgeführt.

Über Umwege findet Fosse jetzt aber den Weg zurück auf die Bühne, auch wenn es eine Opernbühne ist: Das Libretto zu Georg Friedrich Haas’ „Morgen und Abend“ basiert auf Fosses gleichnamigem Roman, es geht um einen alten Fischer, der in einem Zustand zwischen Wachen und Traum längst Verstorbenen begegnet. Der tiefreligiöse Text zeichnet sich schon in der Prosaform durch eine ganz eigene Musikalität aus, die Musiktheater-Bearbeitung durch den österreichischen Komponisten Haas liegt nahe, zumal dieser auch schon Fosses Roman „Melancholia“ vertont hatte.

Der Abend ist eine Koproduktion mit dem Londoner Royal Opera House Covent Garden, wo „Morgen und Abend“ vorigen November uraufgeführt wurde, die Inszenierung stammt von Graham Vick, am Pult steht Michael Boder.