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Julian Baumann

THEATER

Mutter Courage und ihre Kinder: Münchner Kammerspiele

Seit dem Skandal um Frank Castorfs „Baal“ am Residenztheater dürfte den Münchner Intendanten bei der Idee einer Brecht-Neuinszenierung ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Hilft aber nichts: Man kann ja auch nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen, dass man Brecht einfach nicht mehr inszeniert, solange die Erben jeglichen kreativen Umgang mit der Vorlage verbieten. „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird aktuell, im Gegensatz zu „Baal“ oder der unvermeidlichen „Dreigroschenoper“, nur selten aufgeführt. An den Kammerspielen übernimmt das Thomas Schmauser, der lange Jahre vor allem als Schauspieler gefeiert wurde und erst 2012 40-jährig mit „Du mein Tod“ als Regisseur debüttierte. An Brecht fasziniert den Franken, „dass seine Texte diesen Vergegenwärtigungsmoment, diese Gegenüberstellung wagen und sich nicht in Poesie auflösen.“