Film der Woche

FILM | Kinostart: 11. 4.

Keira Knightley ist verliebt in einen Deutschen

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, die Zukunft kann beginnen. Doch in „Niemandsland – The Aftermath“ stecken der britische Oberstleutnant Lewis Morgan (Jason Clarke) und seine Frau Rachel (Keira Knightley, „Colette“) auch fünf Monate nach Friedensschluss noch tief in der Vergangenheit. Ein schwerer Schatten liegt auf dem Paar, als Lewis seinen neuen Posten im zerbombten Hamburg aufnimmt. Während Rachel von Ressentiments gegen die Deutschen eingenommen ist, ist für Lewis die Feindschaft mit dem Ende der Kampfhandlungen beendet. Nun gilt es, zumindest was die hungernden und obdachlosen Menschen in der Stadt angeht, nach vorne zu schauen und Lösungen zu finden. Gegenüber seiner Frau ist Lewis da nicht ganz so empathisch. Die beiden beziehen die mondäne Elbvilla des Architekten Stefan Lubert (Alexander Skarsgard) und seiner Tochter. Damit die beiden nicht ins Flüchtlingslager umziehen müssen, gestattet ihnen Lewis, auf dem Dachboden zu wohnen. Da er aber ständig unterwegs ist, um für Ordnung zu sorgen, kommen sich Stefan und Rachel näher. Zu nah …

Im Schmerz verbunden

Das klassische Melodram von James Kent erzählt davon, dass der Krieg nicht nur ein Zerstörer des Lebens ist, sondern auch ein Verheerer der Herzen. Stefan und Rachel verlieben sich auch deswegen ineinander, weil sie im Schmerz verbunden sind, beide haben im Krieg jemanden verloren, den sie liebten: Stefan seine Frau im Feuersturm, der auf die Flächenbombardements Hamburgs während der Operation Gomorrha folgte, Rachel ihren elfjährigen Sohn bei deutschen Luftangriffen auf London. Lewis Herz ist zu vernarbt, um seiner Trauer gegenüber Rachel Ausdruck zu verleihen. So stürzt er sich in seine (Kriegs)Arbeit und lässt Rachel mit ihrer Trauer allein. Doch nur die Trauernden könne auch empfinden – und lieben, sagt der Film. Stefan mit seinem modernen Wohnzimmer inklusive Bauhaussessel steht für die Zukunft, den Neuanfang. Nicht zufällig findet die bei ihrer Ankunft noch in der Trauer des Verlorenen festhängende Rachel die erste Sitzprobe auf dem von Mies van der Rohe entworfenen Möbelstück sehr unangenehm. „Es gilt als eines der gemütlichsten Sitzmöbel, das je gebaut wurde“, erklärt ihr Lubert sanft. „Kaum vorstellbar“, entgegnet Rachel brüsk. Die drei Versehrten ringen in einer Dreiecksbeziehung darum, endlich von der Vergangenheit loszukommen, vorangehen zu können in ein neues, ein anderes Leben. Doch kann, will Rachel das Zurückliegende einfach so abwerfen? In einer Nacht, in der auch ein deutscher Freischärler eine Rolle spielt, kommt es zum emotionalen Showdown … vs

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