Hamburgische Staatsoper
©Foto: Kurt-Michael Westermann

THEATER | Hamburg: Staatsoper, Premiere 3. 2. 2019

Orphée et Eurydice

Bei der Spielplanpräsentation vergangenes Frühjahr brachte Staatsopern-Intendant Georges Delnon den Nachwuchsregisseur mit aufs Podium, der Christoph Willibald Glucks Oper „Orphée et Eurydice“ inszenieren soll: John Neumeier. Wobei die Titulierung als „Nachwuchsregisseur“ für freundliche Heiterkeit im Publikum sorgte, ist Neumeier als Intendant des Hamburg Ballett doch der wohl bekannteste Theatermacher der Stadt. Nur eben im Tanzbereich, nicht im Musiktheater. Aber der Choreograf, der am 23. Februar seinen 80. Geburtstag feiern wird, ist auch in seiner angestammten Disziplin ein Künstler, der einerseits von der Handlung, andererseits von der Musik her denkt, entsprechend ist seine Hinwendung zu Glucks 1774 in Paris uraufgeführtem Werk keine wirkliche Überraschung. Zumal Hamburg hier gar keine echte Premiere präsentiert: Die Inszenierung war schon 2017 in Chicago zu sehen. Dennoch ist der Transfer in die künstlerische Heimat Neumeiers ein Ereignis, auch weil praktisch jede neue Arbeit des Ballettchefs von seiner umfangreichen Fangemeinde wie eine Offenbarung gefeiert wird. Und in Hamburg ist man auf den Stoff vorbereitet: Erst vor wenigen Monaten, zur Spielzeiteröffnung am Thalia, zeigte Antú Romero Nunes eine ebenfalls musikalisch geprägte Version auf den „Orpheus“-Mythos. Am Pult steht mit Alessandro de Marchi einer der wichtigsten Vertreter der historischen Aufführungspraxis, die Ausstattung besorgt Meister Neumeier selbst