Parallelwelt zwischen Spree und Ruhr

Parallelwelt zwischen Spree und Ruhr
Foto: © Birgit Hupfeld

Der Dortmunder Intendant Kay Voges hat sich mit der Vorstellung beschäftigt, was wäre, würde eine Welt existieren, die genau gleich aufgebaut ist wie unsere, mit identischen Handlungen, identischen Situationen, identischen Voraussetzungen? Und was wäre, wenn sich die eine Welt von der anderen entfernen würde, kaum merklich zunächst, dann immer deutlicher?

Für die Umsetzung dieses Gedankenspiels unternimmt Voges sein bislang aufwendigstes Experiment: „Die Parallelwelt“ wird tatsächlich parallel gespielt, einmal im Dortmunder Stammhaus des Regisseurs, und gleichzeitig im Berliner Ensemble. Auf den Bühnen stehen Schauspieler beider Häuser, verbunden sind sie mittels Highspeed-Internetleitungen.

„Wenn sich dieser raumüberwindende Korridor zwischen den beiden Welten einmal aufgetan hat und sich das Leben selbst verdoppelt sieht, dann öffnet sich auch ein Riss in der Zeit“, beschreibt Voges den philosophischen Überbau seiner Versuchsanordnung, „und die Gegenwart wird heimgesucht von den Geistern der Vergangenheit und der Zukunft.“

Wobei das Zentrum von „Die Parallelwelt“ allerdings das Scheitern des Experiments ist: Spannend ist nicht, wenn in Berlin und Dortmund gut geöltes Theater gespielt wird, spannend ist, wenn die Maschinerie ins Trudeln gerät.

Parallelwelt zwischen Spree und Ruhr
Foto: © Birgit Hupfeld