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MUSIK

Patrick Siegfried Zimmer: Memories I-X

Was haben wir ihn vermisst: Sieben lange Jahre ist her, seit wir zum letzten Mal musikalisch von Patrick Siegfried Zimmer gehört haben, damals noch unter dem Pseudonym finn. Und es tut gut zu hören, dass es dem 41-Jährigen ähnlich geht. „Musik ist meine Muttersprache. Wenn ich Filme mache oder als Designer arbeite, ist das eher das Übersetzen meiner Gefühle in eine andere Sprache, doch wenn ich singe, fühle ich etwas direkt in meinem Körper“, sagt Zimmer etwa in Abgrenzung zu „Anhedonia – Narzissmus als Narkose“, seinem Debüt als Filmregisseur. Nur hat es eben ein paar Jahre gedauert, bis er die Musik wieder unmittelbar fühlen konnte. „Bis vor drei Jahren war ich mir ziemlich sicher, dass ich kein Album mehr machen würde. Wenn man Platten veröffentlicht und Erfahrungen mit Labels, Tourneen und der Presse macht, kann man schon den Kontakt zu sich selbst verlieren, zumindest wird er schwächer.“ Am Ende war es sein musikalisches Umfeld, das ihm zum Weitermachen motiviert hat, allen voran die bildende Künstlerin und Violinistin Ruth May. „Sie hat mir gezeigt, was in meinen Liedern drinsteckt“, schwärmt Zimmer und erzählt, dass er weinen musste, als er die Single „Eternity“ zum ersten Mal mit ihren Streicherarrangements gehört hat. Um zu seinem ganz und gar eigenen Sound zu finden, hat Zimmer sich mit eigenem Label komplett unabhängig gemacht. Auf „Memories I – X“ konfrontiert er sich mit Erinnerungen: mit schönen Momenten, aber auch mit dem Schmerz, der mit ihnen verbunden ist. Er muss Erinnerungen loslassen, so wie er sich auch von den eigenen Vorstellungen verabschieden muss, was genau es eigentlich heißt, wenn man liebt. Ein Prozess, in dem die melancholische Hymne „Eternity“ eben nicht nur einfach Trennungsschmerz ausdrückt: „Für mich ist das Stück auch eine Ode daran, wie sehr ich jemanden lieben kann“, bringt Zimmer seine musikalische Rückkehr auf den Punkt. cs