Kerr

LITERATUR

Philip Kerr: Kalter Frieden

Französische Riviera, 1956: Bernie Gunther – Ex-Polizist und Ex-Privatdetektiv aus Berlin sowie Ex-Nachrichtendienstler für die Wehrmacht an der Ostfront, ist unter falschem Namen untergetaucht. Als Concierge führt Gunther ein beschauliches Leben in Saint-Jean-Cap-Ferrat – bis W. Somerset Maugham ihn anheuert. Der britische Schriftsteller und Ex-Geheimdienstler wird im Auftrag des russischen Geheimdienstes von einem Altnazi erpresst, und nicht nur das: mit ihm gleich auch noch die britischen Geheimdienste. Kerrs elfter Bernie-Gunther-Krimi ist mehreres zugleich: Kriegsroman, Spionageroman und – dank des fleißig schwadronierenden Somerset Maugham – auch ein kurzweiliger Romanroman, der ein bisschen mit dem Stil des Briten spielt. Zwischendurch warnt Gunther sich sogar selbst, nicht zu viel plaudern, damit er hinterher von Maugham nicht literarisch verarbeitet wird. Dabei lauert reale Gefahr: Britische Spione bis rauf in die Chefetagen von MI5 und MI6 sind sowjetische Spione, und Gunther gerät zwischen die Fronten. jw

Philip Kerr Kalter Frieden

Wunderlich 2018, 400 S., 22,95 Euro

Aus d. Engl. v. Axel Merz