FILM

Prince Collection

Prince hat zwischen 1984 und 92 drei Kinofilme gedreht, zwei von ihnen gab es bis jetzt in Deutschland noch nicht auf Scheibe: „Under the Cherry Moon“ und „Graffiti Bridge“. Beide waren auch mehrfach für die Goldene Himbeere als schlechtester Film nominiert. „Under the Cherry Moon“ griff gar fünf dieser Preise ab. Zu Unrecht!

Die Geschichte des geldfixierten Gigolos Christopher Tracy (Prince) und der schönen Millionärstochter Mary Sharon (Kristin Scott Thomas in ihrer ersten Rolle!) wurde vom legendären Michael Ballhaus gefilmt, sie ist zugegeben etwas kitschig, aber das ist „Purple Rain“ ja sowieso, und niemand meckert. Christopher Tracy rockt mit den Songs vom Album „Parade“ die Hotels und Villen von Nizza, bis er die Liebe findet. Und den Tod.

Womit wir wieder bei Prince wären, der immer nur die Liebe finden wollte und der Vermarktung abschwören. Wie das in die Hose gehen kann, sieht man in „Graffiti Bridge“, dem späten Sequel zu „Purple Rain“. Dieser Film ist in seiner Handlungsdürftigkeit beispiellos, obwohl er doch den Krieg von Clubbesitzern schildern soll. Vielleicht steht Kid (Prince) ja deshalb meist gelangweilt irgendwo rum oder fährt auf seinem Motorrad sinnlos durch die billigen Pappkulissen. Bleibt „Purple Rain“ der Film zum explosionsartigen Karrieresprung des Künstlers vom Star zum Superstar. Digital aufgemotzt, ist er neben „Under the Cherry Moon“ der Grund, warum man diese „Collection“ kaufen sollte. Ihn gibt es auch mit reichlich Bonusmaterial. jw

Die „Prince Movie Collection“ ist als Blu-ray im Handel erhältlich.