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Foto: © Birgit Hupfeld

THEATER

Prinz Friedrich von Homburg: Schauspielhaus, Frankfurt

Diese Premiere ist eine sichere Bank: Michael Thalheimer ist der unangefochtene Star unter denen ohnehin recht namhaften Regisseuren des Frankfurter Schauspiels, der in seinen bisherigen Arbeiten am Main große Schauspielerinnen (oft Constanze Becker, diesmal unter anderem Corinna Kirchhoff) in wuchtigen, radikal reduzierten, gleichzeitig heutigen und aus der Zeit gefallenen Klassikerinszenierungen glänzen ließ. Toll, aber auch überraschungsarm.

So überraschungsarm wie die Idee, Thalheimer ausgerechnet „Prinz Friedrich von Homburg“ inszenieren zu lassen: Der 51-Jährige richtete in Frankfurt unter anderem antike Dramen („Ödipus/Antigone“, „Medea“) ein, und kam dann über den antiken Stoff „Penthesilea“ zu Kleist, dem „Dichter der inneren Widersprüche und Zerrissenheit“, wie die Schauspielhaus-Dramaturgie treffend formuliert.

Aber wäre es nicht viel spannender, Thalheimer auf eine Vorlage prallen zu lassen, die nicht auf der Hand liegt? Mit zeitgenössischen Stücken hatte der Regisseur bislang meist Probleme, vielleicht wäre das ein Versuch, der über die sichere Bank hinausginge?