Adolph Menzel Borussia
Adolph Menzel: Borussia (Vorderansicht) (1868)Abb.: © Deutsches Historisches Museum/ Sebastian Ahlers

KUNST | Berlin, Deutsches Historisches Museum

Rückansicht: Deutsches Historisches Museum, Berlin

Provinienzforschung hängt der Ruf der Pedanterie an, etwas zu sein, das zwar irgendwie zur Aufgabe von Museen gehört, für den durchschnittlichen Zuschauer aber langweilig ist. Da hilft es, ein Exponat der eigenen Sammlung als Beispiel genau unter die Lupe zu nehmen.

Im konkreten Fall der noch bis 3. Februar im Deutschen Historischen Museum Berlin gezeigten Ausstellung „Rück | An | Sicht“ handelt es sich Adolph Metzels Gemälde „Borussia“ von 1886, das einmal nicht von vorn, sondern auf der Rückseite analysiert wird: Dort entdeckt man rätselhafte Aufschriften, die ins Deutsche Kaiserreich zur Familie Mendelssohn führen, zum Zwangsverkauf des Werkes im Nationalsozialismus, zum Restitutionsverfahren bis hin zu dessen Erwerb durch das Deutsche Historische Museum.

Und plötzlich steckt man mitten in einer detektivischen Recherche, die vieles ist, nur nicht langweilig.