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Foto: © Birgit Hupfeld

THEATER

Safe Places: Schauspiel, Frankfurt

Falk Richter wurde als Dramatiker und Regisseur im seinen Höhepunkt Ende der Neunziger schon hinter sich lassenden Poptheater bekannt. Stücke wie „Gott ist ein DJ“, „Nothing hurts“ und „Peace“ schienen zum Jahrtausendwechsel zu passen, hatten allerdings eine recht kurze Halbwertszeit.

Später inszenierte Richter Opern und Klassiker, noch später erfand er sich neu als politisch wütender Autor, der sich vor Gericht mit AfD und anderen Rechtspopulisten zoffte. Und immer wieder trat er hinters Sprechtheater zurück und arbeitete mit der Choreografin Anouk van Dijk an der Grenze zum Tanztheater. Fünf Projekte entwickelten Richter und van Dijk seit 1998, „Safe Places“ ist die sechste Zusammenarbeit, und Richters Repolitisierung der vergangenen Jahre wird hier sehr deutlich.

Es geht darum, sich der offenen Gesellschaft in Europa zu stellen. „Wie reagieren wir auf Ausbrüche von Fremdenfeindlichkeit und nationalistischer Selbstbehauptung? Ist die Suche nach einer gemeinsamen europäischen kulturellen Identität die richtige Antwort oder eine Falle, die die Frage nach Grenzziehungen nur verschiebt? Wohin steuern wir mit Europa und welche Lebensbedingungen schaffen wir uns?“ AfD-Fans jedenfalls werden sich das Stück kaum anschauen.