Ti vedo, ti sento, mi perdo: Staatsoper Unter den Linden, Berlin

Die besten Theaterstücke
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Ti vedo, ti sento, mi perdo: Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Foto: © Matthias Baus

Leise beendet Jürgen Flimm seine bei aller Kritik an einem stark auf Populäres setzenden Spielplan doch recht erfolgreiche Intendanz an der Staatsoper. Offiziell steht der Kulturmanager Matthias Schulz schon seit April an der Spitze des Hauses, aber weil der Übergang so geräuschlos vollzogen wurde, ist Flimm in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch der Theaterprinzipal.

Zumal auch die letzte Premiere der Saison in seinen Händen liegt: die Uraufführung von Salvatore Sciarrinos Oper „Ti vedo, ti sento, mi perdo“ („Dich sehen, dich hören, mich verlieren“). Sich mit Zeitgenössischem in die Sommerpause zu verabschieden, das klingt nicht unambitioniert, aber: „Ti vedo, ti sento, mi perdo“ eröffnet das von Flimm gegründete Festival „Infektion“, das unter zeitgenössischem Musiktheater mehrheitlich leicht Zugängliches versteht. Auch der Unter den Linden intensiv gepflegte Sciarrino hat hier eine weniger avantgardistische als unterhaltsame Verbeugung vor dem unter rätselhaften Umständen ermordeten Komponisten Alessandro Stradella (1639–1682) geschrieben.

Einen sicheren Publikumserfolg landet man damit allerdings trotzdem nicht unbedingt, weswegen wir durchaus anerkennen, dass Flimm seine Karriere hier mit einem überraschenden Finale krönt. Am Pult steht mit dem 32-jährigen Maxime Pascal ein Vertreter der jüngeren Dirigentengeneration.

Ti vedo, ti sento, mi perdo: Staatsoper Unter den Linden, Berlin
Foto: © Matthias Baus