Boundless Konzertreihe im Schlachthof Wiesbaden [Konzerttipp]

Boundless – grenzenlos: Ja, das ist sie wirklich, die Weltmusikreihe im Schlachthof Wiesbaden. Und Tradition hat sie, sowohl in Wiesbaden als auch musikalisch. Schließlich bringen die Künstler und Bands stets spezifische Sounds ihrer Heimat(en) mit. Doch natürlich ist die Musik nicht im Gestrigen verhaftet. Schon Namen wie Yemen Blues, die dieses Jahr die Reihe eröffnen, deuten es an: Die Tradition trifft auf moderne Musikformen und wird zu etwas Neuem und Spannendem!

 

24. 10. Yemen Blues

Yemen Blues
Yemen Blues Foto: ©Zohar Ron

Den Blues könnte man auf jeden Fall bekommen, wenn man sich die politischen Verwerfungen im nahen Osten ansieht. Aber Ravid Kahalani und seine Band Yemen Blues kommen nicht zum Jammern. Jüdisch, arabisch-muslimisch, westafrikanisch, groovy, funky und gefühlvoll-soulig ist ihr Sound, mit dem sie gleich zahlreiche Grenzen überwinden. „Insaniya“ heißt ihr aktuelles Album. Es bedeutet: Menschlichkeit.

 

 

 

Bukahara Band
Bukahara Foto: Jason Kruege

 

30. 10. Bukahara

Folk, Jazz und Swing sind Bukaharas Ding! Die multikulturellen Multiinstrumentalisten aus Berlin leben die Widersprüche zwischen erdverbundener Melancholie und Beine in die Luft schmeißender Tanzfröhlichkeit aus und machen einfach, was ihnen gefällt. Mit „Eyes wide shut“ genau hingucken ist ihr Rezept, und das Ergebnis ist zeitlos, heutig und vor allem nie egal.

 

16. 11. Äl Jawala & La Bolschevita Party

Schon mal jüdische Rumba getanzt? Samba aus Wolgograd? Oder wenigstens swingenden Gypsy-Hop, der Paris und Belgrad vereint? Dann stand wohl bisher kein Konzert von Äl Jawala & La Bolschevita Party auf dem Programm, denn wilder und ungeahnter Stilmix ist ein Muss für das Freiburger Quintett, das bereits seit fast 20 Jahren Balkanmucke und mehr durch den Musikwolf dreht und daraus seine eigene, fette Mischung brät.

 

Maarja Nuut
Maarja Nuut Foto: Kaupo Kikkas

16. 12. Maarja Nuut & Ruum

Das Duo aus Estland sorgt kurz vor Weihnachten für den wohl besinnlichsten Abend der Konzertreihe. Violine und Stimme von Maarja Nuut verbinden sich mit den elektronischen Klangräumen ihres Partners Ruum und pendeln zwischen Struktur und deren Auflösung. Es ist eine Herausforderung für unsere oft so eingefahrenen, von angelsächsischer Pop- und Songdominanz geschulten Hörgewohnheiten. Doch Maarja Nuut und Ruum schaffen es, in  Zwischenräume zu locken, die sowohl zwischen E und U, zwischen Elektro und Jazz als auch zwischen dem Hier und Jetzt und meditativen, aus Urzeiten zu stammen scheinenden Mysterien liegen.