MUSIK

Torsten Goods: Thank you Baby!

Viele wissen gar nicht, dass sie Musik von Torsten Goods besitzen. Ist aber so: Er spielte auf dem aktuellen Sarah-Connor-Album die filigrane E-Gitarre, und die Scheibe war Nummer 1 der Popcharts. Der 34-jährige Deutschire kennt Scheuklappen wohl nur von Pferderennen.

Unter eigenem Namen konzentriert er sich auf federleichten, manchmal sanft angefunkten Vocal Jazz zur Gitarre. Goods ist ein Doppelbegabter. Während sein fließendes Saitenspiel die Verehrung für George Benson gar nicht verbergen will, siedelt Goods’ Stimme irgendwo im goldenen Dreieck zwischen Chet Baker, Stevie Wonder und James Taylor. Auf seinem zweiten Album croont er nicht nur, sondern beltet auch mal. Manchmal wendet Goods die an Benson geschulte Technik des parallel zur Gitarrenmelodie eingesetzten Scatgesangs an, die er ebenfalls famos beherrscht.

Sein in Quartettbesetzung eingespieltes, mit viel Retroflair produziertes Album bietet einen gut abgehangenen Mix aus Selbstkomponiertem und Klassikern wie „Everything must change“ – und am Ende fragt man sich: Wer braucht eigentlich Michael Bublé oder Jamie Cullum?