FILM

Trumbo

Im Zuge der Kommunistenhatz in den 1940er und 1950er Jahren geriet auch Hollywood ins Visier des Komitees für unamerikanische Umtriebe. Kreative, denen man eine enge Beziehung zur kommunistischen Partei nachsagte, sollten sich vor dem Ausschuss erklären und wurden zu Haftstrafen verurteilt, wenn sie die Aussage verweigerten.

Betroffen war auch der Drehbuchautor Dalton Trumbo („Spartacus“), der seinen Beruf nach dem Gefängnisaufenthalt jahrelang nur unter Pseudonym weiterverfolgen konnte und den Oscar für „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey Hepburn erst 1992 posthum zugesprochen bekam – vorher war der offizielle Gewinner 40 Jahre lang sein Koautor.

Regisseur Jay Roach („Austin Powers“, „Meine Braut, ihr Vater und ich“) zeichnet die damalige Hexenjagd nach, durchgeführt etwa von der einflussreichen Kolumnistin Hedda Hopper (herrlich biestig: Helen Mirren). Seinem Blick auf das repressive politische Klima und die Schattenseiten des Filmgeschäfts fehlt es mitunter an Schärfe, doch Bryan Cranston („Breaking Bad“) spielt die Hauptrolle mit Verve und das Biopic wartet mit einer Reihe wunderbar inszenierter Einzelmomente auf – vor allem ein Ausraster von John Goodman bleibt im Gedächtnis! (cd/sb)

„Trumbo“ ist auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.