Wunder

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„Nach einer wahren Begebenheit“ – eigentlich ist dies die Art von Film, in dem diese Worte am Anfang oder am Ende auf der Leinwand zu lesen sind: Der zehnjährige Auggie (Jacob Tremblay) hat durch einen Gendefekt und unzählige Operationen ein entstelltes Gesicht und muss sich in der Schule durchsetzen, gegen Mobbing und eigene Traumata.

Doch „Wunder“ basiert nicht auf einem echten Schicksal, sondern ist Fiktion, die Verfilmung des gleichnamigen Jugendbuchbestsellers von R. J. Palacios. Daher darf der Film, in dem Julia Roberts die taffe Mutter und Owen Wilson den sachten Vater von Auggie spielen, nach Herzenslust erbauen, verkitschen und auf die Tränendrüsen drücken, dass man sich, eh man sich versieht, vorkommt wie die eigene Mutter beim erneuten Schauen des Tränendrüsendrückerklassikers „Love Story“.

„Wunder“ ist ein Phänomen: Er zeichnet eine rosarote Alles-wird-gut-Welt und räumt gleichzeitig den Unwuchten viel Platz ein, die die Fokussierung auf ein pflegebedürftiges Kind in einer Familie und ihrem Umfeld verursacht. Emo-Kino, dessen klare Botschaft für Toleranz und Inklusion in einem Trump-Amerika nicht laut genug gesungen werden kann – harmonisch Arm in Arm im hausmuskalischen Kanon, versteht sich. vs

„Wunder“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.