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Foto: © Agentur

THEATER

Xerxes: Opernhaus, Frankfurt

Bei der Uraufführung 1738 war Georg Friedrich Händels Oper „Serse“ ein Misserfolg, auch wenn die zeitgenössische Kritik zumindest die Komposition lobte – der zum Erscheinungszeitpunkt des Werks hochverschuldete Händel benötigte dringend Geld, weswegen er hier verhältnismäßig unausgegoren komische Elemente in eine historische Handlung presste, dazu näherte er sich dem populären aber schon etwas veralteten Genre der Balad Opera an.

Bis in die 1920er zählte die Oper zu den Nebenwerken des Komponisten, wurde dann aber in Göttingen wiederentdeckt und gilt heute als meistgespielte Händel-Oper neben „Julius Caesar“, die gerade durch ihren inkonsitenten Charakter besticht.

In Frankfurt interessiert vor allem die mal skurrile, mal satirische Geschichte um den so exzentrischen wie brillianten König Xerxes, die mehr als einmal in den Schwank gleitet und einen dennoch mit ihrer musikalischen Originalität berührt. „Händels Spätwerk ist eine bissige Persiflage auf die Sehnsüchte, die Verzweiflung und Macken sowie auf den (selbst)zerstörerischen Größenwahn des Machthabers und zugleich auf eine in sich verstrickte Gesellschaft“, kündigt die Dramaturgie an, eine Persiflage, die von Schauspielregisseur Tilmann Köhler auf ihre Gegenwartstauglichkeit abgeklopft wird. Die musikalische Leitung hat Constantinos Carydis, der hier zuletzt „Dido and Aeneas / Herzog Blaubarts Burg“ dirigierte, die Titelrolle singt Gaëlle Arquez (Foto).